
10.07.25:
Waschbären gelten vielen als niedlich und harmlos – doch die Realität ist weitaus komplexer. Das unten folgende Positionspapier beleuchtet auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien die ökologischen Auswirkungen dieser ursprünglich aus Nordamerika stammenden Art.
Es zeigt auf, wie sich Waschbären rasant ausbreiten, welche Schäden sie in Städten und in der Landwirtschaft verursachen können und welchen Druck sie auf bedrohte heimische Tierarten ausüben – insbesondere Amphibien, Höhlen- und Bodenbrüter. Zudem räumt es mit verbreiteten Mythen auf, etwa zur angeblich harmlosen Wirkung, zu Bejagungseffekten oder zu Kastrationsideen.
Das Papier plädiert für eine faktenbasierte und sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und fordert aktualisierte Managementpläne, um bedrohte Arten wirkungsvoll zu schützen.
03.04.25:
- Gemetzel im Ratzerod -
Unsere Amphibien sind vielen Gefahren ausgesetzt. Lebensraumzerstörung, Wassermangel und Klimawandel, BSAL und Lichtverschmutzung setzen den Beständen zu. Besonders stark wirkt sich ein kleiner invasiver Räuber aus, dessen Populationen immer noch ansteigen.
Die Fotos unseres A2R-Kollegen Timo Spaniol aus dem osthessischen NSG Ratzerod zeigen, wie stark der aus Nordamerika stammende Waschbär unserer Artenvielfalt zusetzt. Gerade während der Laichzeit sind die Kleinbären, die oft auch in Trupps auftreten, sehr aktiv. Als effiziente Räuber töten sie mehr Tiere, als sie zur Nahrungsaufnahme benötigen. Selbst Erdkröten, die aufgrund giftiger Hautwarzen vor heimischen Prädatoren weitgehend sicher sind, dienen als Nahrung. Mit ihrer großen Fingerfertigkeit sind Waschbären in der Lage Kröten, Frösche und Unken zu häuten und so an das nahrhafte Fleisch zu gelangen. Aus Naturschutzsicht problematisch ist vor allem, dass nur noch wenige Amphibien erfolgreich zur Eiablage kommen und mit dem Fehlen von Laich, Kaulquappen und Jungfröschen auch die Nahrungsgrundlage vieler weiterer Arten immer schmaler wird. Sterben die Lurche aus, verliert die Nahrungspyramide ihre Basis.
