Willkommen
Hier erhalten Sie einen Überblick über unseren Verein, unsere Aktivitäten sowie Inhalte zu den Hauptthemen Sumpfschildkröte, Kreuzotter und Schutz der Nacht. Dazu bekommen Sie aktuelle Informationen über Arten- und Naturschutz in Hessen und Tipps für's Mitmachen.
Aktuelles aus dem Artenschutz:
17.02.26
E-Mail Aktion an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments:
Die EU-Kommission möchte Änderungen an der Pflanzenschutzmittelverordnung vornehmen und unter einem scheinbaren Bürokratieabbau folgendes durchsetzen:
Fordern Sie jetzt Ihre EU-Abgeordneten auf, diesen rechtswidrigen Vorschlag zu stoppen.
Hier mitmachen:
https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/mitmachaktionen/mail-for-eu-pestizidpaket-stoppen/


24.02.26:
Gut getarnt und an Kälte angepasst
Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) wurde vom BUND und den deutschen Odonatologen zur Libelle des Jahres 2026 gekürt.

Sie gilt als Besonderheit, da sie als erwachsenes Tier überwintert und sogar an warmen Wintertagen zu beobachten ist. In Hessen ist die Gemeine Winterlibelle nicht sehr selten. Sie profitiert von milderen Wintern. Ihre Auszeichnung zeigt die Notwendigkeit, auch die Strukturen um die Gewässer herum zu schützen. Sie gilt als ungefährdet und lebt vor allem an Gewässern des Tieflandes. Aufmerksame Beobachter finden die Spezies aber auch im Vogelsberg und an einigen Gewässern im Spessart. Nach kalten Nächten sind die Tiere morgens von Raureif überzogen. Bei Sonnenschein werden sie wieder aktiv.
6.02.26:
Manche mögen`s kalt
Klimawandel ist nicht ihr Ding. Gemeint ist die kleine Sumpf-Fetthenne, die in Hessen und Deutschland stark bedroht ist. Kein Wunder, denn die Spezies kommt heute noch häufig auf Island und Grönland vor. Im schwarzen Grund wurde die seltene Art in einem renaturierten Quellhorizont vor wenigen Jahren wieder angesiedelt. Mit Schnee und Frost und dem Winter 2025/26 kommt die Art sehr gut zurecht. Wieder ein schöner kleiner Erfolg für den Artenschutz im hessischen Spessart.
29.12.25
Große Fortschritte im Kreuzotterschutz
Pünktlich zum Jahreswechsel 2025/26 konnte der wichtigste Bauabschnitt der neuen Brut- und Aufzuchtstation für die Kreuzotter im Spessart fertig gestellt werden. Unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden unserer A2R-Kollegen Olaf und Michael Homeier und Timo Spaniol und Ihrer Mitstreiter sowie schweres Gerät waren dazu erforderlich. Kompetente Hilfestellung und finanzielle Unterstützung kamen vom Landesbetrieb Hessen-Forst und von der oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt.
Wir freuen und auf die Fertigstellung der Anlage im Frühjahr 2026 und bitten um Verständnis, dass wir die genaue Lage der Anlage nicht verraten.
2.12.25
Vogelpark Uckersdorf um Attraktion reicher
15 Emys-Schlüpflinge des Jahrgangs 2025 haben eine neue Heimat im Vogelpark Uckersdorf bei Herborn gefunden. Hier sollen die kleinen Sumpfschildkröten die ersten 3 Jahre ihres Lebens bis zur Auswilderung verbringen. A2R wünscht kleinen Panzerträgern einen guten Start in ihren ersten Lebensabschnitt.
Aktuelle Petitionen:
22.02.26:
Stoppt den geplanten Bau einer riesigen Stromtrasse am Naturschutzgebiet Prügelwiesen
Nordöstlich von Wiesbaden-Breckenheim plant die Amprion GmbH mit dem Projekt Rhein-Main-Link eine bis zu 100 Meter breite Stromtrasse – in unmittelbarer Nähe zum sensiblen Naturschutzgebiet Prügelwiesen.
Die massiven Erdarbeiten gefährden das empfindliche Kalkflachmoor, wichtige Grund- und Regenwasserzuflüsse sowie geschützte Arten wie den Feuersalamander. Eine Austrocknung des Gebiets wäre irreversibel.
Wir fordern einen sofortigen Stopp der Planungen zum Schutz von Natur, Wasserhaushalt und Artenvielfalt.
Hier unterschreiben:
17.02.26:
Die Petition, gestartet von BaumLand, fordert die Pflanzung und Pflege von 100 Millionen Bäumen und weitere 100.000 Kilometer Hecken und damit die Schaffung von Agroforstsystemen in Deutschland.
Hier unterschreiben:
https://weact.campact.de/petitions/gegen-wassermangel-baume-und-hecken-auf-die-acker

Die EU plant, Umwelt- und Naturschutzvorgaben zu lockern. Unter dem Vorwand der Entbürokratisierung sollen Standards gesenkt und Kontrollen reduziert werden.
Das gefährdet Natur, Gesundheit und unsere
Lebensgrundlagen.
Unterzeichnen Sie jetzt die Petition und fordern Sie
die EU-Kommission auf: Hände weg vom
Naturschutz!
Hier mitmachen:
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/naturschutz/europa/haendeweg.html

Der Fischotter ist in Deutschland streng geschützt – und
dennoch drohen ihm in Bayern Abschüsse.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat deshalb
einen Appell gestartet, um den Fischotter zu schützen und ein
klares Zeichen gegen Ausnahmegenehmigungen zum Töten dieser
seltenen Tiere zu setzen.
Hier mitmachen und unterzeichnen:
🔗 https://mitmachen.duh.de/fischotter/

Wir als A2R e.V. setzen uns für den Schutz gefährdeter
Arten ein und möchten diesen wichtigen Aufruf der DUH bekannt
machen.
Je mehr Menschen den Appell unterschreiben, desto stärker
das Signal an die Politik.
Aktuelles aus dem Artenschutz:
Die Umrüstung auf LED ist längst Realität – doch sie ist nicht automatisch ein Gewinn für Umwelt und Lebensqualität. Viele Kommunen haben in der Vergangenheit zwar Energie gespart, gleichzeitig aber durch kaltweißes Licht und höhere Lichtströme die Lichtverschmutzung verstärkt. Dabei geht es auch anders.
Die Gemeinde Hofbieber zeigt, wie eine LED-Umrüstung Energieeffizienz und Artenschutz sinnvoll verbindet. Dort wurden bestehende Leuchten auf bernsteinfarbene LEDs mit nur 2200 Kelvin umgerüstet, vollständig abgeschirmt und waagrecht montiert. Auf zusätzliche Lichtpunkte wurde bewusst verzichtet – dunklere Bereiche bleiben erhalten und dienen sowohl der Sternensicht als auch als Rückzugsräume für Tiere. Zusätzlich wird der Lichtstrom nachts abgesenkt.
Das Ergebnis: deutlich weniger Streulicht, eine ruhigere nächtliche Atmosphäre und ein Ortsbild, das nicht „verunstaltet“ wird. Die Pressemitteilung der Gemeinde bringt es auf den Punkt: Energieeinsparung und Artenschutz gehören zusammen. Der Bürgermeister lädt die Bürgerinnen und Bürger ein, sich auf das neue Lichtbild einzulassen – und die Nacht wieder als etwas Positives wahrzunehmen.
Hier geht es zur Pressemitteilung der Gemeinde Hofbieber:
Drei Bilder, eine Studie – und ein deutliches Warnsignal: Nächtliche künstliche Beleuchtung im Freien beeinflusst das Verhalten von Zugvögeln, verändert Rastplatzdynamiken und kann so indirekt zur Verbreitung von Viren wie der Vogelgrippe beitragen.
Die ersten beiden Aufnahmen zeigen eindrucksvoll, wie
unzureichende Lichtplanung an einem neu errichteten
Logistikzentrum in unmittelbarer Nähe eines bedeutenden
Rastplatzes die Umgebung massiv verändert.
Wie der Fotograf Steffen Goldberg beobachtete,
rücken die Vögel mit Einsetzen der Nacht enger zusammen, um dem
grellen Lichtschein auszuweichen – ideale Bedingungen, damit
sich Erreger leichter ausbreiten können.
Spoiler 1: Nach dem Engagement ehrenamtlicher
Naturschützer wurde die Beleuchtung inzwischen angepasst.
Spoiler 2: Dabei wären technische Vorgaben
nicht nur möglich, sondern rechtlich geboten – etwa auf
Grundlage des BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) und des
BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz). Eigentlich hätte es gar
nicht so weit kommen dürfen.
Das dritte Bild – aufgenommen von Spitzbube von De Feldabrücke – zeigt das sogenannte Himmelsleuchten (Skyglow): eine diffuse Lichtglocke über Städten und Gemeinden. Dieses Streulicht hellt durch Reflexion weite Teile der Umgebung auf und beeinträchtigt damit den nächtlichen Vogelzug, der größtenteils in der Nacht stattfindet. Auch wichtige Rastplätze werden so negativ beeinflusst.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu liegen längst vor:
Petitionen unterstützen zum Thema Lichtverschmutzung, aktuell:
Hier können Sie Petitionen im Petitionportal des Europäischen Parlaments unterstützen (kostenlose Registrierung erforderlich):
Sendung zum Thema Lichtverschmutzung:
Licht in der Nacht: die Folgen der Lichtverschmutzung für Mensch und Tier: Doku, BR
Warum nächtliche Beleuchtung kein Ersatz für echte Sicherheit ist
Immer öfter wird in Städten gefordert, Straßen und Plätze stärker zu beleuchten – aus Sorge um Sicherheit. Doch mehr Licht bedeutet nicht automatisch mehr Schutz. Im Gegenteil: künstliches Dauerlicht kann Unsicherheit sogar verstärken – für Menschen und Natur gleichermaßen.
Was wir heute „Nacht“ nennen, ist in unseren Städten längst kein natürlich dunkler Raum mehr. Dauerbeleuchtung gaukelt Sicherheit vor, wo keine ist. Studien zeigen: Weder in dunklen Stadtteilen noch in Gemeinden mit Nachtabschaltung kommt es häufiger zu Übergriffen oder Straftaten. In Frankreich etwa schalten über 20 000 Kommunen nachts das Licht ab – ohne Anstieg der Kriminalität.
Tatsächlich geschehen viele Vorfälle dort, wo es hell ist – im Tageslicht oder unter Straßenlaternen. Kriminalität sucht keine Dunkelheit, sondern Gelegenheit. Und künstliches Licht schafft diese Gelegenheiten oft erst.
Besonders Frauen wird häufig vermittelt: „Helle Straßen machen dich sicherer.“ Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. Beleuchtung macht sichtbar – nicht sicher. Wer alleine unterwegs ist, steht im Rampenlicht, gut erkennbar und verletzlich. Die eigentliche Sicherheit entsteht nicht durch Helligkeit, sondern durch soziale Nähe – durch andere Menschen in der Umgebung.
Dunkle Bereiche sind nicht automatisch gefährlich – sie bieten oft sogar Schutz und Privatsphäre. Angst entsteht nicht durch Dunkelheit, sondern durch Isolation.
Helle Beleuchtung lenkt von den eigentlichen Ursachen ab: sozialen, psychologischen und gesellschaftlichen Faktoren. Beleuchtung ersetzt keine funktionierende Nachbarschaft, keine Präventionsarbeit, keine solidarischen Strukturen und keine wirksamen kommunalen/städtischen Sicherheitskonzepte zum Schutz von Frauen.
Statistisch finden die meisten Übergriffe im häuslichen Umfeld statt – nicht draußen in der Dunkelheit. Die Fixierung auf Licht als Sicherheitsfaktor ist daher eine Scheindebatte, die falsche Ängste schürt und wertvolle Ressourcen verschwendet sowie Energiekosten steigen lässt.
Jede überflüssige Lampe stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, irritiert Tiere, treibt das Insektensterben voran, lässt Zugvögel vom Kurs abkommen – und raubt uns den Sternenhimmel. Selbst unsere eigene Gesundheit leidet unter nächtlicher Dauerbeleuchtung.
Wenn wir über „Sicherheit bei Nacht“ sprechen, sollten wir wieder über echte Dunkelheit sprechen – über die natürliche Nacht, die Orientierung, Ruhe und Schutz bietet. Sie ist kein Feind, sondern ein wichtiger Teil des Lebensraums für Menschen und Tiere.
