Willkommen
Hier erhalten Sie einen Überblick über unseren Verein, unsere Aktivitäten sowie Inhalte zu den Hauptthemen Sumpfschildkröte, Kreuzotter und Schutz der Nacht. Dazu bekommen Sie aktuelle Informationen über Arten- und Naturschutz in Hessen und Tipps für's Mitmachen.
Aktuelles aus dem Artenschutz:
Straßenbeleuchtung: Keine allgemeine Beleuchtungspflicht und keine automatische Haftung
Immer wieder wird behauptet, Kommunen dürften die Straßenbeleuchtung nachts nicht abschalten, weil sie sonst haftbar gemacht würden oder Gefahrenstellen nicht mehr erkennbar seien. Die aktuelle Rechtslage widerspricht dem jedoch.
Nach dem Hessischen Straßengesetz besteht grundsätzlich keine Pflicht, öffentliche Straßen, Wege oder Plätze dauerhaft zu beleuchten. Auch die Straßenverkehrsordnung schreibt eine ortsfeste Beleuchtung lediglich für Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) vor. Im Übrigen sind Verkehrsteilnehmende verpflichtet, ihre Fahrweise den Sicht-, Wetter- und Straßenverhältnissen anzupassen und die vorgeschriebene Fahrzeugbeleuchtung zu nutzen.
Auch die häufig angeführte Verkehrssicherungspflicht begründet keine allgemeine Verpflichtung zur Straßenbeleuchtung. Sie verpflichtet die Straßenbaulastträger in erster Linie dazu, Gefahrenstellen zu beseitigen oder abzusichern. Dafür stehen zahlreiche wirksamere Maßnahmen zur Verfügung als eine flächendeckende Beleuchtung, etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen, Warnschilder, reflektierende Markierungen, Leitpfosten, Absperrungen oder bauliche Veränderungen. Beleuchtung ist nach der vorliegenden Fachinformation nur in besonderen Einzelfällen als vorübergehende Sicherungsmaßnahme denkbar.
Ebenso gibt es keine belastbaren Nachweise dafür, dass eine durchgehende Straßenbeleuchtung oder der Verzicht auf eine nächtliche Abschaltung generell zu weniger Verkehrsunfällen führt. Gleichzeitig müssen Kommunen neben der Verkehrssicherheit auch den Umwelt- und Immissionsschutz berücksichtigen. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz, das Bundes- und Hessische Naturschutzrecht sowie das Baugesetzbuch verpflichten dazu, vermeidbare Lichtimmissionen zu reduzieren und die Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen zu berücksichtigen.
Auch die häufig zitierte DIN EN 13201 begründet keine gesetzliche Beleuchtungspflicht. Die Norm stellt selbst klar, dass sie nicht festlegt, ob eine Verkehrsfläche überhaupt beleuchtet werden muss oder wie eine Beleuchtungsanlage zu betreiben ist. Sie ist eine technische Orientierungshilfe, ersetzt aber keine rechtliche Abwägung im Einzelfall.
Unter: https://naturnacht-fulda-rhoen.de/ressourcen/fachinformation-rechtliche-fragestellungen-offentliche-beleuchtung-und-checkliste/ ist eine ausführliche rechtliche Einordnung sowie weiterführende Informationen und Quellen zum Thema Straßenbeleuchtung, Verkehrssicherungspflicht und Lichtverschmutzung verfügbar.
18.07.26:
Ab in die Freiheit...
Für „Sieben auf einen Streich“ wird die Hölle von Rockenberg fortan ihr Paradies.
Zusammen mit A2R entließen die beiden Naturschutzförster Mandy Watson und Jonas Woelcke vom Forstamt Nidda sowie Jagdpächter Steffen Weil am 15.07. 2026 sieben junge Sumpfschildkröten in diesem Naturschutzgebiet in die Freiheit.
Die kleinen Krabbler hatten in den letzten Tagen eine längere Reise hinter sich. Aufgezogen wurden die Panzerträger im Tiergarten Nürnberg, dem Frankfurter Zoo und dem Opel Zoo. A2R koordiniert die alljährlichen Auswilderungen, führt die Tiere an zentraler Stelle zusammen, lässt sie im Frankfurter Zoo chippen, organisiert und begleitet dann die Auswilderung des Emys-Nachwuchses in hessischen Schutzgebieten.
Zuvor fand in dem 13 ha großen Naturschutzgebiet eine Abfischung statt, bei der einige gefräßige Hechte gefangen wurden, die den Amphibien und Reptilien dort stark zusetzten. Die 7 Jungtiere tragen jetzt dazu bei, dass sich der Sumpfschildkrötenbestand im dortigen Flachgewässer, das sich leicht erwärmt und somit hervorragende Lebensbedingungen für die wärmeliebende Spezies bietet, erholen kann. (Fotos: Birgit Schalldach Helmlechner)
A2R-Petition zum Schutz von Zauneidechse und Kreuzkröte in der Grube Hainstadt
Die ehemalige Tongrube bei Hainstadt (Stadtteil von Hainburg, Kreis OF) wurde bereits vor Jahrzehnten stillgelegt. Aktuell läuft die Wiederverfüllung der 1880 von Phillip Holzmann begründeten Grube. Danach ist die Aufforstung der Flächen geplant.
Nach der Betriebsaufgabe hatten sich in der offenen Grube Habitate für bestandsgeschützte Amphibien und Reptilien gebildet. Die Feucht- und Trockenstandorte boten Lebensraum für die FFH-Anhangsarten Zauneidechse und Kreuzkröte (beide FFH-Anhang IV). Ebenfalls vorhanden war der FFH-relevante Kleine Wasserfrosch. Darüber hinaus bot die Tongrube Lebensraum für Arten wie Ringelnatter und Blindschleiche.
Aktuell ist noch etwa ein Viertel der Fläche nicht verfüllt. Die Arbeiten schreiten aber zügig voran. So wurde am 05. Juni 2026 festgestellt, dass Bulldozer und Radlader pausenlos im Einsatz waren. LKW brachten im Minutentakt neues Tiefbauaushub und Erde zur Verfüllung.
Die Kreuzkröten-Habitate waren teils trockengefallen, teils verfüllt und die Habitate der Zauneidechse wurden meterdick mit Aushub überschüttet. Offensichtlich waren auch noch lebende Tiere Opfer der Verfüllung. Ein Tier ragte noch mit dem Schwanz und einem Hinterbein aus dem Lehmschlamm. Es konnte vorsichtig noch lebend herauspräpariert und gesäubert werden. Glücklicherweise überlebte das Tier die Verfüllung. Unklar ist, wie viele weitere Tiere bei der Maßnahme zu Tode kamen.
A2R hat jetzt eine Petition beim hessischen Landtag gestartet, damit die zuständigen Behörden sowie der Betreiber der Renaturierungsmaßnahme dafür Sorge tragen, dass Zauneidechse und Kreuzkröte in dem von der FFH-Richtlinie geforderten günstigen Erhaltungszustand verbleiben können. Zudem wird darauf gedrungen, dass die Maßnahmen so fachgerecht durchgeführt werden, dass keine Tiere zu Schaden kommen bzw. verschüttet werden.
A2R schlägt in der Petition vor, noch bestehende Habitat-Strukturen zu erhalten und verloren gegangene Habitate an geeigneter Stelle (möglichst im EU-VS-Gebiet 6019-401 Sandkiefernwälder der östlichen Untermainebene)) wiederherzustellen. Dies wäre auch als Beitrag zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungs-Verordnung. (Fotos: A2R)
Aktuelles aus dem Artenschutz:
27.05.26:
Artenschutz „leicht gemacht“
Es ist wieder Hirschkäferzeit. Zumindest im Frankfurter Osten (Foto und Nachweis Jürgen Homeier). Hessens größter Käfer war nach dem Krieg durch das Umweltgift DDT fast ausgestorben. Nach dessen Verbot erholten sich die Käferbestände wieder langsam.
Allerdings drohen der wärmeliebenden und europaweit durch die FFH-RL geschützten Art in unseren Dörfern und Städten jetzt neue Gefahren: Oft ertrinken die Geweihträger in Wasserbecken und Regentonnen. Auch die Lichtverschmutzung setzt den nachtaktiven Tieren stark zu.
Die Lösung: Mit einer Abdeckung oder Ausstiegshilfen können Regentonnen leicht entschärft werden, Und „Licht aus im Garten“ hilft nicht nur den Hirschkäfern, sondern auch Nachtfaltern, Igeln & Co.


Aktionen zum Mitmachen:
Hilf mit bei der Erfassung und Dokumentation von Vogelschlag.
Hier melden: https://vogelschlagmelder.de

17.02.26
E-Mail Aktion an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments:
Die EU-Kommission möchte Änderungen an der Pflanzenschutzmittelverordnung vornehmen und unter einem scheinbaren Bürokratieabbau folgendes durchsetzen:
Fordern Sie jetzt Ihre EU-Abgeordneten auf, diesen rechtswidrigen Vorschlag zu stoppen.
Hier mitmachen:
https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/mitmachaktionen/mail-for-eu-pestizidpaket-stoppen/

17.02.26:
Die Petition, gestartet von BaumLand, fordert die Pflanzung und Pflege von 100 Millionen Bäumen und weitere 100.000 Kilometer Hecken und damit die Schaffung von Agroforstsystemen in Deutschland.
Hier unterschreiben:
https://weact.campact.de/petitions/gegen-wassermangel-baume-und-hecken-auf-die-acker

Die EU plant, Umwelt- und Naturschutzvorgaben zu lockern. Unter dem Vorwand der Entbürokratisierung sollen Standards gesenkt und Kontrollen reduziert werden.
Das gefährdet Natur, Gesundheit und unsere
Lebensgrundlagen.
Unterzeichnen Sie jetzt die Petition und fordern Sie
die EU-Kommission auf: Hände weg vom
Naturschutz!
Hier mitmachen:
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/naturschutz/europa/haendeweg.html

Der Fischotter ist in Deutschland streng geschützt – und
dennoch drohen ihm in Bayern Abschüsse.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat deshalb
einen Appell gestartet, um den Fischotter zu schützen und ein
klares Zeichen gegen Ausnahmegenehmigungen zum Töten dieser
seltenen Tiere zu setzen.
Hier mitmachen und unterzeichnen:
🔗 https://mitmachen.duh.de/fischotter/

Wir als A2R e.V. setzen uns für den Schutz gefährdeter
Arten ein und möchten diesen wichtigen Aufruf der DUH bekannt
machen.
Je mehr Menschen den Appell unterschreiben, desto stärker
das Signal an die Politik.
07.05.26:
Emys-Fundtiermanagement
Das Fundtiermanagement 2026 hat bei der AG Sumpfschildkröte am 06. Mai begonnen. Das erste Fundtier, ein noch junges aber geschlechtsreifes Weibchen, stammt aus dem westlichen Einzugsbereich der Kinzig. Es wurde mitten in einer Siedlung aufgegriffen. Jetzt muss das Tier erst einmal vermessen und gewogen, bei einem Tierarzt gechippt und genetisch untersucht werden.
Wenn der sogenannte Haplotyp passt, wird der Neuzugang noch in diesem Jahr in einem hessischen Emys-Schutzgebiet ausgewildert. (Fotos: A2R)

26.03.26:
Rettung eines Laubfrosches
In einem Kellerabgang wurde kürzlich ein Laubfrosch-Weibchen in einer Hebeanlage entdeckt – ein gefährlicher Ort für das Tier. Auffällig war, dass es stark mit Laich gefüllt war.
Der Frosch wurde vorsichtig geborgen und zunächst in einem Transportbehälter mit feuchtem Sphagnum-Moos untergebracht. Anschließend konnte das Tier in ein vorbereitetes Übergangsterrarium umgesetzt und dort sicher versorgt werden.
Nun wird ein geeigneter Lebensraum gesucht, damit das Weibchen ein passendes Laichgewässer und Artgenossen finden kann.
Solche Funde zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit und schnelles Handeln im Artenschutz sind.
(Fotos: Olaf Homeier)
14.03.26:
Neue Kinderstube im Vivarium Darmstadt
Mit dem Vivarium hat die AG Sumpfschildkröte einen weiteren Kooperationspartner zur Aufzucht von Emys Schlüpflingen gefunden. Frederik Linti (links) und sein Kollege Dirk Eichmann haben den 10 kleinen Krabblern eine Wohlfühloase geschaffen. In etwa 3 Jahren werden die Tiere in einem südhessischen Schutzgebiet in die Freiheit entlassen.
Aktuelles aus dem Artenschutz:
Die Umrüstung auf LED ist längst Realität – doch sie ist nicht automatisch ein Gewinn für Umwelt und Lebensqualität. Viele Kommunen haben in der Vergangenheit zwar Energie gespart, gleichzeitig aber durch kaltweißes Licht und höhere Lichtströme die Lichtverschmutzung verstärkt. Dabei geht es auch anders.
Die Gemeinde Hofbieber zeigt, wie eine LED-Umrüstung Energieeffizienz und Artenschutz sinnvoll verbindet. Dort wurden bestehende Leuchten auf bernsteinfarbene LEDs mit nur 2200 Kelvin umgerüstet, vollständig abgeschirmt und waagrecht montiert. Auf zusätzliche Lichtpunkte wurde bewusst verzichtet – dunklere Bereiche bleiben erhalten und dienen sowohl der Sternensicht als auch als Rückzugsräume für Tiere. Zusätzlich wird der Lichtstrom nachts abgesenkt.
Das Ergebnis: deutlich weniger Streulicht, eine ruhigere nächtliche Atmosphäre und ein Ortsbild, das nicht „verunstaltet“ wird. Die Pressemitteilung der Gemeinde bringt es auf den Punkt: Energieeinsparung und Artenschutz gehören zusammen. Der Bürgermeister lädt die Bürgerinnen und Bürger ein, sich auf das neue Lichtbild einzulassen – und die Nacht wieder als etwas Positives wahrzunehmen.
Hier geht es zur Pressemitteilung der Gemeinde Hofbieber:
Petitionen unterstützen zum Thema Lichtverschmutzung, aktuell:
Hier können Sie Petitionen im Petitionportal des Europäischen Parlaments unterstützen (kostenlose Registrierung erforderlich):
Sendung zum Thema Lichtverschmutzung:
Licht in der Nacht: die Folgen der Lichtverschmutzung für Mensch und Tier: Doku, BR
Warum nächtliche Beleuchtung kein Ersatz für echte Sicherheit ist
Immer öfter wird in Städten gefordert, Straßen und Plätze stärker zu beleuchten – aus Sorge um Sicherheit. Doch mehr Licht bedeutet nicht automatisch mehr Schutz. Im Gegenteil: künstliches Dauerlicht kann Unsicherheit sogar verstärken – für Menschen und Natur gleichermaßen.
Was wir heute „Nacht“ nennen, ist in unseren Städten längst kein natürlich dunkler Raum mehr. Dauerbeleuchtung gaukelt Sicherheit vor, wo keine ist. Studien zeigen: Weder in dunklen Stadtteilen noch in Gemeinden mit Nachtabschaltung kommt es häufiger zu Übergriffen oder Straftaten. In Frankreich etwa schalten über 20 000 Kommunen nachts das Licht ab – ohne Anstieg der Kriminalität.
Tatsächlich geschehen viele Vorfälle dort, wo es hell ist – im Tageslicht oder unter Straßenlaternen. Kriminalität sucht keine Dunkelheit, sondern Gelegenheit. Und künstliches Licht schafft diese Gelegenheiten oft erst.
Besonders Frauen wird häufig vermittelt: „Helle Straßen machen dich sicherer.“ Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. Beleuchtung macht sichtbar – nicht sicher. Wer alleine unterwegs ist, steht im Rampenlicht, gut erkennbar und verletzlich. Die eigentliche Sicherheit entsteht nicht durch Helligkeit, sondern durch soziale Nähe – durch andere Menschen in der Umgebung.
Dunkle Bereiche sind nicht automatisch gefährlich – sie bieten oft sogar Schutz und Privatsphäre. Angst entsteht nicht durch Dunkelheit, sondern durch Isolation.
Helle Beleuchtung lenkt von den eigentlichen Ursachen ab: sozialen, psychologischen und gesellschaftlichen Faktoren. Beleuchtung ersetzt keine funktionierende Nachbarschaft, keine Präventionsarbeit, keine solidarischen Strukturen und keine wirksamen kommunalen/städtischen Sicherheitskonzepte zum Schutz von Frauen.
Statistisch finden die meisten Übergriffe im häuslichen Umfeld statt – nicht draußen in der Dunkelheit. Die Fixierung auf Licht als Sicherheitsfaktor ist daher eine Scheindebatte, die falsche Ängste schürt und wertvolle Ressourcen verschwendet sowie Energiekosten steigen lässt.
Jede überflüssige Lampe stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, irritiert Tiere, treibt das Insektensterben voran, lässt Zugvögel vom Kurs abkommen – und raubt uns den Sternenhimmel. Selbst unsere eigene Gesundheit leidet unter nächtlicher Dauerbeleuchtung.
Wenn wir über „Sicherheit bei Nacht“ sprechen, sollten wir wieder über echte Dunkelheit sprechen – über die natürliche Nacht, die Orientierung, Ruhe und Schutz bietet. Sie ist kein Feind, sondern ein wichtiger Teil des Lebensraums für Menschen und Tiere.
