
09.05.25:
Maikäfer
"Licht aus für den Maikäfer" fordert die Deutsche Wildtierstiftung. Kunstlicht in den Gärten wird ihnen zum Verhängnis, da "sie gezielt auf Lichtquellen zufliegen, ein Verhalten, das positive Phototaxis genannt wird." Maikäfer gelten derzeit als ungefährdet, verglichen mit den Beständen von vor 50 bis 100 Jahren ist allerdings laut Rote-Liste-Zentrum ein sehr starker Rückgang zu verzeichnen. Siehe: https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/licht-aus-fur-den-maikafer
Anmerkung: Der Hinweis auf der Seite, dass zum Schutz der Maikäfer nur "insektenfreundliche Beleuchtung" im Garten und auf dem Balkon genutzt werden soll, ist irreführend. Denn es gibt keine "insektenfreundliche" künstliche Beleuchtung und reine Dekobeleuchtung kann es ohnehin nicht sein. Gärten brauchen kein Kunstlicht. Notwendige Beleuchtung am Haus kann man natürlich so gestalten, dass sie weniger invasiv wirkt. Hinweise hier: https://naturnacht-fulda-rhoen.de/2024/03/21/im-garten-licht-bitte-nicht/
15.04.25
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Darmstadt hat am 02. April 2025 der neuen Lichtleitlinie (Licht-Leitfaden) zugestimmt. Der BUND Darmstadt und die Volkssternwarte waren als Vertreter des Netzwerkes Lichtverschmutzung in die Erarbeitung involviert. A2R gratuliert zu diesem wichtigen Schritt zur Eingrenzung der Lichtverschmutzung in Südhessen. Lobenswert ist in dem Zusammenhang vor allem, dass in dem umfangreichen Werk nicht nur mit zahlreichen Mythen aufgeräumt wurde, sondern dass der Arbeitskreis mit Vertretern aus dem Natur- und Artenschutz sowie Kultur bestehen bleibt. Dadurch wird gewährleistet, dass die Maßnahmen umgesetzt werden und die gewonnenen Erfahrungen in eine Fortschreibung münden. Denn der Mut zu echten Veränderungen im Umgang erfordert auch die Einbindung der Öffentlichkeit.
23.03.25:
Gedankenaustausch zur Lichtverschmutzung
Am 21. März fand im Umweltzentrum Fulda ein konstruktiver Austausch zwischen Politikerinnen und Artenschützern statt. Eingeladen hatte A2R die Landtagsabgeordnete Stefanie Klee (CDU) und ihre Mitarbeiterin sowie die Vorsitzende der Fuldaer Frauen-Union, Julia-Isabell Henke. Auch Sabine Frank, Leiterin des Sternenparks Rhön und Nachtschutzbeauftragte des Landkreises Fulda, war anwesend.
Luisa Schäfer, Sprecherin des A2R-Arbeitskreises Lichtverschmutzung, und Dr. Matthias Kuprian (A2R Co-Vorsitzender) betonten das gemeinsame Ziel, nachtaktive Tiere wie Nachtfalter, Fledermäuse und Igel vor Lichtverschmutzung zu schützen. Edmund Flößer, A2R-Schatzmeister und Energieberater, berichtete über die Maßnahmen der Stadt Eschborn zur Reduzierung von Kunstlicht.
Großes Einvernehmen bestand bei den CDU-Politikerinnen, bei Sabine Frank und den A2R-Vertretern, dass es möglich ist, gleichermaßen die Sicherheitsbedürfnisse von Frauen insbesondere im besiedelten Raum und in den Innenstädten wie auch den Schutz des nächtlichen Heimat-Himmels vor schädlicher Lichtverschmutzung in Einklang zu bringen und hier gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Von allen Gesprächspartnerinnen und -partnern wurde Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit geäußert.

15.03.25:
Kleiner Schritt – Große Wirkung: Weniger insektenschädliche Beleuchtung durch Farbfilterfolie
Die Umrüstung bestehender Außenbeleuchtung mit Farbfilterfolien ist ein einfacher, aber effektiver Schritt, um Lichtverschmutzung zu reduzieren und Insekten zu schützen. Besonders wichtig ist die Reduzierung von Blauanteilen im Licht. Kaltweißes Licht zieht viele Insekten an, während warmweißes Licht (unter 2700 K) wesentlich weniger Insekten anlockt. Es gibt jedoch auch unterschiedliche Ergebnisse, sodass die Lichtfarbe nicht der einzige und wichtigste Faktor sein sollte. Glühwürmchen werden besonders von gelbem Licht angezogen. Daher sollten ihre Lebensräume im Juni und Juli überhaupt nicht beleuchtet werden. Ideal ist jedem Fall die vollständige Abschaltung der Beleuchtung.
Durch den Einsatz von Farbfilterfolien lässt sich der Blauanteil verringern und die Lichtintensität reduziert werden, wodurch die Insekten weniger gestört werden. Zudem sollte die Beleuchtung horizontal ausgerichtet werden, um unnötige Lichtstreuung zu vermeiden. Diese einfachen Anpassungen leisten einen großen Beitrag zum Schutz unserer Insektenwelt.



27.02.25
Eine aktuelle Studie des Senckenberg Forschungszentrums FFM und der Gutenberg-Universität Mainz belegt die dramatischen Auswirkungen künstlicher nächtlicher Beleuchtung auf Insekten. Die Forscher untersuchten die Zuckmücken-Art Chironomus riparius und stellten fest, dass Lichtverschmutzung tiefgreifende Veränderungen in Expression von 1564 Genen der Larven verursacht. Die Folgen sind besorgniserregend: verzögerte Entwicklung, erhöhter oxidativer Stress und eine drastisch reduzierte Fortpflanzungsfähigkeit. In der Fachzeitschrift „Environmental Pollution“ wird daher vor weitreichenden ökologischen Konsequenzen gewarnt, verbunden mit der Forderung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung, um die Biodiversität und die Stabilität der Ökosysteme zu schützen.
Angesichts der zentralen Rolle von Insekten in Nahrungsnetzen haben die Auswirkungen von künstlichem Licht in der Nacht das Potenzial Kaskadeneffekte im gesamten Ökosystem auslösen. Es besteht daher dringender Handlungsbedarf, Lichtverschmutzung als wesentlichen Faktor für das Artensterben zu erkennen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen.
15.01.25
Einführung der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung für Windenergieanlagen (BNK)
Seit 1. Januar 2025 ist es gesetzliche Pflicht für alle kennzeichnungspflichtigen Windenergieanlagen, mit der BNK ausgerüstet zu sein. Die BNK sorgt dafür, dass rote Warnblinklichter auf Windrädern nachts nicht mehr dauerhaft leuchten. Die so genannte Hindernisbefeuerung ist nur dann aktiv, wenn sich tatsächlich ein Luftfahrzeug nähert. Dies sorgt für weniger Lichtverschmutzung und damit weniger Beeinträchtigung von Tieren und von Menschen, die sich von den roten Lichtern gestört fühlten. Damit steigt die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien und die Sensibilität im Thema Lichtimmissionsreduktion.
